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Jubiläum: 10 Jahre ZdZ!

Vor zehn Jahren eröffneten die Zentren des Zuhörens (ZdZ) in Freudenstadt und Horb. Mitarbeiter feierten nun ein Jahrzehnt gelebte Nächstenliebe

Zuhören kann Probleme lösen

Einfach durch Zuhören ein Problem lösen, eine Situation oder gar das Leben ändern, wie es Michael Endes Romanfigur „Momo“ gelang, bieten die „Zentren des Zuhörens“ seit 10 Jahren in Horb und Freudenstadt.

Dekanatsreferent Achim Wicker und Pastoralreferent Michael Paulus betrachteten den  Weg, seit sie in Mailand die Centri d'ascolto als Vorbild für gelebte christliche Nächstenliebe erkundet hatten. Ließ anfangs die Nachfrage zu wünschen übrig, auch, weil die Orte ungünstig gewählt waren, so entstanden im beständigen Neuerfinden die Vesperkirchen, die Aktion Papiertiger, die Nikolausaktion oder die Warentauschbörse. Wichtig blieben unverändert die angebotenen Zeiten des Zuhörens, sich ganz auf ihr Gegenüber einzulassen, ihn in diesem Moment als den wichtigsten Menschen überhaupt zu betrachten. Für diese segensreiche ehrenamtliche Leistung sagten sie ihren Zuhörerinnen in den beiden Zentren Dank.

Der kommissarische Dekan Armin Noppenberger verwies auf die Bitte „Herr, erhöre uns“ im Gottesdienst, vor der sich die Beter erhofften, Gottes Beistand zu erhalten. Solche Hilfe gäben die Zuhörerinnen mit ihren Tipps und ihrer Sachkenntnis, an die zuständigen Stellen weiter zu vermitteln.

Stefanie Simet, Freudenstädter Sozialdezernentin, würdigte im Zeitalter der permanenten Vernetzung die Möglichkeit, im persönlichen Gespräch die volle Aufmerksamkeit eines anderen zu erfahren. In den Dörfern ständen kaum noch Bänke vor den Häusern, die früher als natürliche Treffpunkte für Alltagsgespräche dienten. Wenn auch die Zentren des Zuhörens sich auf katholische Träger stützten, ständen sie doch allen offen, die ein Gespräch brauchten. Sie erkenne die Leistung hoch an, sich für andere einzusetzen und sie nicht im Regen stehen zu lassen.

Thomas Müller, einer der Freudenstädter Zuhörer, stellte eine Studie mit Crossmedia-Ideen vor, die eine Gruppe von acht Studenten des Campus Calw ausgearbeitet hatten. Unbeeinflusst machten sich diese unter wissenschaftlichen Kriterien ans Werk, den Außenauftritt der in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannten Zentren zu professionalisieren. Das seit einem Jahrzehnt verwendete Logo erschien ihnen wie die Werbung für einen Akustiker. Sie stellen zwei sich zugewandte Köpfe vor einem dezenten Z als neues Logo vor, mit dem die Zentren des Zuhörens in Zukunft auf sich aufmerksam machen wollen. Neben allen möglichen elektronischen Netzwerken setzten die Studenten auf ein klassisch gedrucktes Magazin als Schwerpunkt der Kundenansprache. In Arztpraxen und Jobcentern ausgelegt erreiche dieses Medium am wirksamsten die Zielgruppe.

Der Freudenstädter Kirchengemeinderat beschloss bereits, das neue Konzept in die Tat umzusetzen, In Horb wird eine positive Entscheidung erwartet. Erhalten bleiben die Öffnungszeiten: montags 10 bis 12 Uhr und donnerstags 16 bis 18 Uhr in der Horber Neckarstr. 44 und mittwochs 17 bis 19 Uhr unter der Freudenstädter Taborkirche.